Vorschau auf Windows 8.1 (“Windows Blue”)

Seit heute Nachmittag stellt Microsoft den Windows-8-Nachfolger als Vorschauversion (Preview) zum frei erhältlichen Download zur Verfügung. Heruntergeladen wird ein ISO-Datenträgerabbild, das man auf DVD brennen oder einfach als Datei in einer virtuellen Maschine nutzen kann. Hier schauen wir uns das Betriebssystem einmal an.

Windows 8.1 präsentiert sich beim ersten Blick mit dem bereits länger bekannten Betta-Fisch (man beachte das Wortspiel) als Bootscreen.

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Installation von Windows 8.1

Die Installationsoberfläche fällt gleich durch ihre intensiv blaue Farbgebung auf, was wohl eine Anspielung auf den Codenamen Windows Blue ist.

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Der Ablauf und das Aussehen der Betriebssysteminstallation sind bereits seit Vista in dieser Art gehalten, Grund zur Änderung besteht auch schließlich nicht wirklich.

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Die Installation ist einfach und übersichtlich gehalten, Optionen können nicht gewählt werden. Lediglich die Eingabe des Product Keys ist Pflicht; in früheren Versionen konnte dieser auch nachträglich eingegeben werden.

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Anhand des Product Keys entscheidet sich, welche Ausgabe von Windows aktiviert wird.

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Die Lizenzbestimmungen weisen auf die Vorabversion hin.

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Setup bietet auch wieder die Upgrade-Option, bei der eine frühere Version von Windows ersetzt werden kann.

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Nach dem Zuteilen des Speicherplatzes (hier gesamte Festplatte, virtuelle Maschine) beginnt Windows mit dem Kopieren und Einspielen der Systemdateien.

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Trotz der VM-Umgebung im Test war dies bereits nach weniger als 15 Minuten erledigt.

Ein paar Einstellungen

Nach einem Neustart möchte Windows wissen, in welcher Farbe man es denn am liebsten hätte.

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Der Einfachheit halber mache ich hier mit den Express-Einstellungen weiter:

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Und schon geht’s weiter mit dem Anlegen des Benutzerkontos.

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Hierfür sieht Microsoft die Verwendung mit einer Windows-Live-ID vor. Wer bereits eine Adresse bei outlook.com (früher Hotmail und Windows Live Mail) hat, verwendet diese mit dem zugehörigen Kennwort.

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Im Anschluss folgt die (optionale) Absicherung des Kontos mittels einer zweiten Mailadresse, an die ein Sicherheitscode gesendet wird. Damit wird sichergestellt, dass die auf dem PC gesammelten Daten auch tatsächlich zum angegebenen Konto gehören.

Die Microsoft’schen Cloud-Dienste werden in Windows 8.1 noch intensiver als beim Vorgänger eingebunden; jetzt schon hat man die Möglichkeit, Sky Drive, einen cloudbasierten Speicherplatz, einzuhängen. Wer mehrere Rechner mit Windows und einem installierten Sky-Drive-Client (den gab es bereits für Windows XP) betreibt, hat seine Daten, vorausgesetzt sie wurden synchronisiert, auf jedem Gerät verfügbar.

Das war’s soweit mit dem Einrichten, jetzt sucht Windows erst einmal nach Updates.

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Im Anschluss werden laut Anzeige Apps installiert. Ob es sich dabei in Wirklichkeit um Updates handelt oder ob Windows Anwenderprogramme aus dem Netz oder dem Installationspaket zieht, ist nicht ersichtlich.

Benutzeroberfläche —  auf dem Desktop von Windows Blue

Jetzt kann es aber endlich losgehen!

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Für das neue Windows kündigte Microsoft die Wiedereinführung des Startbuttons ein. Das Startmenü ist unter Windows 8 nur per Maus- oder Wischgeste oder per Tastendruck zu erreichen; eine sichtbare Schaltfläche auf dem Desktop soll jetzt doch ein kleines Zugeständnis an die Vergangenheit sein.

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Ein Startmenü wie früher gibt es jedoch weiterhin nicht, hier bleibt Microsoft der Idee vom Kacheldesign treu. Dafür lassen die sich jetzt weitaus flexibler als unter Windows 8 zurechtrücken.

Neu eingeführte Schaltflächen weisen an mehreren Stellen den Weg, wenn man mal gerade eine Geste nicht kennt oder überhaupt lieber klickt statt wischt. So sind nun “Alle Apps” per Klick oder Berührung auf den Pfeil am unteren Bildschirmrand aufzurufen; der Rechtsklick zeigt die Schaltfläche “Anpassen” an, die beispielsweise das Benennen von Programmgruppen erlaubt.

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Eigenartig übrigens: bewegt man den Mauszeiger nach dem Klick auf die Wiedergeborene Schaltfläche “Start” nicht, verweilt diese im Startmenü und kann erneut angeklickt werden. Zieht man den Mauszeiger wieder weg, verschwindet sie und man kommt per “Desktop”-Kachel, durch Drücken von Windows-Taste+D oder Mauszeiger in der linken oberen Ecke zurück aufs Desktop (also wie unter Windows 8).

Explorer und… wo sind die Bibliotheken?

Der neue Explorer zeigt sich noch nüchterner als der in Windows 8. Irgendetwas fehlt. Es sind die Bibliotheken, in denen man mehrere Verzeichnisse gruppieren konnte.

Fest integriert sind aufgrund vorheriger Aktivierung die Verzeichnisse meines Sky-Drive-Ordners. Die Ordner, die zuvor als Bibliotheken angezeigt wurden, heißen jetzt nur “Ordner” und sind auch welche – Bibliotheksfunktionen gibt es (noch) nicht.

Eindruck

Windows 8.1 ist die logische Schlussfolgerung aus dem Erfolg oder Destaster – wie man es sehen mag – von Windows 8. Der Fortschritt geht unaufhaltsam weiter und Microsoft bleibt zwei seiner Kernstrategien treu: Vereinfachung von Benutzeroberflächen und Integration der eigenen Dienste. Es ist davon auszugehen, dass Windows 8.1 bei aufgeschlossenen Anwendern gut landen wird, auch wenn es noch sehr früh für so eine Aussage ist.

Möglicherweise wird Windows 8.1 schon aufgrund seines Namens und einiger neuer Features hinsichtlich Benutzbarkeit den Namen von Windows wieder in ein gutes Licht rücken.

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