Backups auf einem Dateiserver ablegen und verschlüsseln

Um sich vor einem Datenverlust zu schützen, möchten Sie Ihre Daten getrennt von Ihrem Computer sichern. Die komfortabelste Möglichkeit dazu bietet ein anderer Computer im lokalen Netzwerk, ein Netzwerkserver, der eigens dafür verwendet wird, Dateien zu hosten und für das Netzwerk bereitzustellen. Hier erfahren Sie, wie Sie auf einem Server ein Verzeichnis so einrichten können, dass es für Sie ohne weitere Anmeldung zugänglich und für andere Benutzer gesperrt ist.

Voraussetzungen

Es wird davon ausgegangen, dass der Server mit Windows (bevorzugt Server-Ausgabe) betrieben wird.

Vorbereitungen

Auf dem Server wird das Verzeichnis angelegt, in dem Sie später Ihre Daten ablegen möchten.

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Wenn Sie den Server unter einem speziellen Server-Betriebssystem (Server-Versionen von Windows NT, 2000, 2003, 2008) betreiben, müssen Sie sicherstellen, dass die Benutzergruppe Jeder wenigstens Schreibrecht auf dem Verzeichnis hat, damit Sie es später von Ihrem Computer aus verschlüsseln können. Sie können übrigens ein benutzerlimit festlegen, das verhindert, dass mehrere Benutzer auf Ihren Ordner zugreifen. Da der Ordner später aber verschlüsselt wird, ist das nicht so wichtig.

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Wenn Sie jetzt von Ihrem Computer auf den Server zugreifen, können Sie das neue Verzeichnis sehen. Sie sollten probeweise versuchen, Dateien hier abzulegen, um sicherzustellen, dass Sie Schreibrechte haben. Erstellen Sie dann einen Unterordner, in dem Ihre Dateien abgelegt werden, zum Beispiel mit dem Name Eigene Dateien.

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Damit das Backup später automatisch erstellt und erneuert werden kann, muss das Backup-Verzeichnis als Laufwerk auf Ihrem Computer eingebunden werden. Sie können die Funktion Netzlaufwerk verbinden/zuordnen verwenden, um dies zu konfigurieren.

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(Während Sie das Netzwerk durchsuchen, kann es zu Wartezeiten kommen.)

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Im Arbeitsplatz wird jetzt das Netzwerklaufwerk angezeigt:

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Einen Ordner verschlüsseln

Wenn das bis dahin geklappt hat, kann es mit der Verschlüsselung losgehen. Laden Sie sich dazu das Programm Folder Access herunter und installieren Sie es. Nach einem Neustart von Windows kann es weitergehen. Geben Sie jetzt das Kennwort ein, dass Sie mit Folder Access nutzen möchten. Jedes Mal, wenn Folder Access gestartet wird, müssen Sie dieses Kennwort angeben. Aufgrund der starken Verschlüsselung ist es auch nicht möglich, verschlüsselte Daten wiederherzustellen, merken Sie sich das Kennwort deshalb gut.

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Klicken Sie auf Add, um einen Ordner der Verwaltung von Folder Access hinzuzufügen.

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Damit das Suchen im Netzwerk nicht zu lange dauert, können Sie jetzt auch auf das Netzlaufwerk zugreifen, das bereits verbunden ist. Wählen Sie hier den Unterordner des freigegebenen Verzeichnisses auf, im Beispiel ist das der Ordner Eigene Dateien.

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Danach zeigt Folder Access den Ordner in der Liste an; rechts wird als Status „locked“ (gesperrt) angezeigt; wenn „unlocked“ angezeigt wird, ist der Ordner unverschlüsselt.

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Wenn Sie jetzt versuchen, den Ordner am Server oder von einem anderen Computer zu öffnen, wird das Symbol der Systemsteuerung angezeigt, die nach einem Doppelklick auch geöffnet wird. Folder Access leitet die Anfrage einfach an die Systemsteuerung weiter und der Ordner kann nicht geöffnet werden.

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Backups erstellen

Solange Folder Access aber auf Ihrem Computer läuft, sorgt der Dienst LckFolderService dafür, dass das Verzeichnis für Sie zugänglich ist. Sie können jetzt Daten in diesem freigeschalteten Verzeichnis speichern, ohne dass andere Benutzer darauf Zugriff haben.

073-12Tipp: Mit dem SyncToy können Sie Backups automatisch erstellen lassen und sogar dafür sorgen, dass immer die aktuellsten Dateiversionen auf dem Netzlaufwerk gesichert werden. Wie Sie das SyncToy verwenden, erfahren Sie in “Ordner mit Microsoft SyncToy synchronisieren”.

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Anonym surfen mit TOR

Viele Statistikfunktionen für Websites oder Werbemodule erfassen die IP-Adressen der Websitesbesucher, um Daten über ihre Surfgewohnheiten zu sammeln und Werbeeinblendungen zielgerichtet anzuzeigen. Mit einem Anonymisierungsdienst können Sie dieses Sammeln von Daten verhindern.

Über IP-Adressen

Mit der IP-Adresse Ihres Rechners oder Routers sind Sie nach außen hin sichtbar. Angebote im Internet wie spezielle Websites, Programme mit fernzugriffsfunktion oder Spiele nutzen diese Adresse, um mit Ihrem Computer zu kommunizieren. Anhand der IP-Adresse lassen sich allerdings auch Rückschlüsse auf Ihren Internetdienst-Provider und Ihren geografischen Standort ziehen. Diese Informationen können dazu verwendet werden, festzustellen, auf welchen Websites Sie unterwegs waren. In Kombination mit Cookies, die auf Ihrem Computer gespeichert sind, können Ihre IP-Adressen, die sich in der Regel täglich ändern, Ihnen wieder zugeordnet werden.

Tor mit Vidalia und Privoxy einrichten

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Anonymisierungsdienste leiten Ihre Anfragen an einen oder mehrere sogenannte Proxyserver um, sodass Websites nur die IP-Adresse dieser Server erfassen können. Die Dienste blockieren oft auch Werbung auf Websites, um das Sammeln von Cookies zu verhindern. Ein empfehlenswerter Dienst für diese Zwecke ist Tor. Wenn Sie TOR zusammen mit Vidalia und Privoxy einsetzen, lässt sich der Dienst leicht verwenden und schnell ein- oder ausschalten. Vidalia, TOR und Privoxy können Sie hier im Paket herunterladen.

Durch die im Paket enthaltene Erweiterung „Torbutton“ für Mozilla Firefox wird es besonders einfach, TOR ein- oder auszuschalten. Sie sollten deshalb, wenn Sie TOR häufiger nutzen möchten, zuerst Mozilla Firefox installieren.

Auf der Website von Vidalia werden die drei Programme sowie Torbutton als gebündeltes Paket angeboten. Laden Sie das Paket herunter und installieren Sie es, wobei Sie die vorgegebenen Standardeinstellungen beibehalten können.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, sind die Programme Einsatzbereit und können gleich gestartet werden. Die einzelnen Komponenten werden automatisch so eingerichtet, dass sie mit Windows gestartet werden und Torbutton wird Firefox hinzugefügt.

Tor starten und den Torbutton verwenden

Starten Sie Windows nach der Installation neu, falls die Komponenten noch nicht bereit sind. Im Infobereich der Taskleiste sollten sich das TOR-Vidalia-Symbol (eine grüne Zwiebel) und das blaue P-Symbol von Privoxy befinden.

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Starten Sie jetzt Firefox. Rechts unten in der Statusleiste wird in roter Schrift “Tor Disabled” angezeigt. Sie können jetzt zum Beispiel diese Seite aufrufen, um oben Ihre aktuelle IP-Adresse abzulesen. Klicken Sie dann auf “Tor Disabled”, sodass sich der Text in “Tor Enabled” ändert. Laden Sie die Seite dann erneut. Als IP-Adresse sollte jetzt die Adresse des Proxyservers angezeigt werden.

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Im Beispiel werden jetzt alle Anfragen an einen Proxyserver aus der Schweiz umgeleitet, anhand der IP-Adresse meint die Website wieistmeineip.de zu erkennen, dass sich der Testcomputer in der Schweiz befindet. Es ist übrigens ein Trugschluss, zu glauben, dass man durch den Dienst vollständig anonym ist. Betreiber von Proxyservern können Daten über eingehende IP-Adressen und die von diesen angeforderten Websites protokollieren. Diese Daten liegen in der Regel nur dem Betreiber dieses Servers vor und was der damit macht, ist nur schwer kontrollierbar. Aber ein Hauptziel dieser Aktion können Sie durch die Verwendung von Proxyservern erreichen: Sie werden nicht mehr zuverlässig in Website-Statistiken erfasst und die durch Werbung gesammelten Datein sind nutzlos, weil sie IP-Adressen in verschiedenen Ländern zugeordnet werden.

Ein spürbarer Nachteil besteht aber: Der Netzwerkverkehr läuft deutlich langsamer ab als gewohnt. Das liegt daran, dass sich die Proxyserver häufig im Ausland befinden. Muss eine Anfrage erst in die USA und von dort aus zurückgeschickt werden, kann das je nach Aufbau der Website schon mal eine Minute dauern. In seltenen Fällen reichen die Proxyserver Anfragen so langsam weiter, dass man die Verbindung lieber neu aufbauen sollte.

Tipp: Wenn Sie gängige Werbeeinblendungen vollständig deaktivieren möchten, können Sie Firefox um Adblock Plus erweitern. Eine Beschreibung dazu finden Sie auf der Website von Kweb-Blog.