Eine virtuelle Maschine in VMware ESX erstellen

ESX oder ESXi von VMware ist eine Virtualisierungslösung ohne klassisches Hostbetriebssystem und daher ideal für Bare-Metal-Virtualisierung geeignet.

In diesem Beitrag befassen wir uns damit, wie eine virtuelle Maschine in ESX oder ESXi erstelltn werden kann. Als Beispielbetriebssystem dient uns hierfür ein Debian-Linux.

Öffnen Sie den vSphere Client und melden Sie sich an. Wenn Sie ESX hostbasiert und ohne HA nutzen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Server, auf dem Sie die VM speichern und betreiben möchten. Andernfalls klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Struktur, in Sie die VM erzeugen möchten und wählen Sie “Neue virtuelle Maschine”.

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Sie können bei der Erstellung Konfigurationsvorlagen verwenden, indem Sie jetzt “Typisch” angeben und später angeben, welches Gastbetriebssystem installiert werden soll. ESX legt daraufhin selbst die empfohlenen Einstellungen für die virtuelle Maschine fest.

Im Beispiel konfigurieren wir die Maschine selbst und wählen “Benutzerdefiniert”.

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Klicken Sie auf “Weiter” und geben Sie einen Namen für die Maschine ein. Der Name wird später in der Liste der virtuellen Maschinen angezeigt und kann später – wie jede fast andere Einstellung – geändert werden.

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Anschließend müssen Sie einen Speicherort für die Dateien der neuen VM auswählen. Wenn mehrere Speicher verfügbar sind und keiner davon für dedizierte Zwecke benutzt wird, wählen Sie am besten den, auf dem am meisten Platz frei ist.

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Jetzt sollen Sie eine Version festlegen. Wenn Sie eine Infrastruktur mit verschiedenen Versionen von ESX betreiben und die virtuelle Maschine eventuell auf einen Host mit einer früheren Version von ESX verschieben möchten, sollten Sie eine niedrigere Version wählen. Wenn Sie nur einen Host betreiben oder alle den gleichen Versionsstand haben, wählen Sie hier die höchste verfügbare Version.

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Im Abschnitt “Gastbetriebssystem” angelangt, geben Sie an, welches Betriebssystem als Gast betrieben werden soll. Unsers ist das eingangs erwähnte Debian, hier in der Version 6 und als x86-64-Ausgabe (64-Bit).

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Falls Sie ein Linux installieren möchten, das nicht in der Liste aufgeführt ist, wählen Sie eine Distribution, die Ihrer am nächsten ist oder nutzen Sie die mit “Anderes… Linux” beginnenden Einträge.

Die Angabe “32-Bit” oder “64-Bit” sollte unbedingt zum gewählten System passen, weil ESX davon abhängig macht, ob die 64-Bit-Erweiterung für x86 verwendet werden kann oder eben nicht.

Virtuelle Hardware

In “CPUs” legen Sie fest, wie die physikalischen Prozessoren und ihre Kerne aufgeteilt werden sollen. Sie können Ihrer VM auch vorgaukeln, dass Sie vier Prozessoren mit einzelnen Kernen verwendet, obwohl zum Beispiel der Host nur einen Prozessor mit vier Kernen hat.

Wichtig für Windows-Installationen: Die Windows-Lizenz könnte an die Prozessorzahl gekoppelt sein! Wenn Sie sich nicht sicher sind, stellen Sie lieber eine größere Zahl von Prozessorkernen statt einzelner Prozessoren pro Socket ein.

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Mit dem nächsten Klick auf “Weiter” gelangen Sie zur Konfiguration des Arbeitsspeichers. Am besten klicken Sie hier auf den grünen Pfeil, um die empfohlene Größe einzustellen. Wenn Sie bereits abschätzen können, wie viel Arbeitsspeicher Ihre VM später im Betrieb brauchen wird, können Sie das RAM auch gleich passend zuteilen.

In ESX ist es auch möglich, einer virtuellen Maschine mehr RAM zuzuteilen, als tatsächlich verfügbar ist. Sobald das Gastbetriebssystem aber anfängt, diesen unechten Speicher anzusprechen und vollzuschreiben, bringt das überhaupt keinen Performance-Gewinn mehr.

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Im nächsten Schritt legen Sie fest, wie viele virtuelle Netzwerkadapter verbunden werden. In der Regel genügt einer.

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Falls Sie in ESX mehrere Netzwerke konfiguriert haben (zum Beispiel demilitarisierte Zonen), können Sie für jeden Adapter angeben, mit welchem Netzwerk er verbunden werden soll.

In SCSI-Controller legen Sie fest, was für ein virtueller Controller eingerichtet werden soll, an den im nächsten Schritt die virtuellen Festplatten angebunden werden. Für Linux-Systeme schlägt ESX in der Regel LSI Logic Parallel vor, für ältere Windows-Systeme BusLogic Parallel.

Im vorletzten Schritt wird die virtuelle Festplatte erzeugt. Dabei handelt es sich um eine Datei, die im Dateisystem des Servers abgelegt wird.

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Legen Sie eine Größe für die virtuelle Festplatte fest. Diese Größenangabe ist zugleich das maximale Volumen der virtuellen Festplatte sowie die Maximalgröße der Festplattendatei.

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Wählen Sie außerdem “Thin-Bereitstellung”, damit die Festplattendatei (anfangs) nur so groß ist, wie tatsächlich Daten darin vorhanden sind. Wenn die virtuelle Festplatte in der Benutzung später fragmentiert, ist es möglich, dass die Festplattendatei wächst, obwohl der Inhalt nicht zunimmt.

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Zum Schluss wird noch der Knotenpunkt am Controller angegeben, danach sehen Sie die Zusammenfassung.

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Es ist ratsam, die Einstellungen gleich noch einmal zu prüfen (Haken bei “Einstellungen… vor Fertigstellung bearbeiten”) setzen und beispielsweise Geräte wie Diskettenlaufwerke zu entfernen, sofern sie gar nicht vorhanden oder nicht gewünscht sind.

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Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf “Beenden”.

Wie Sie ein Betriebssystem installieren, erklären wir im Artikel Ein Betriebssystem in virtuellen Maschinen (ESX/ESXi) installieren.

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